Versorgungskonzept zur „Spezifischen Geriatrischen Versorgung“

Seniorin. Foto: Unsplash. Lizenz: CC0

In einer älter werdenden Gesellschafft stellt die Versorgung geriatrischer Patienten eine große Herausforderung für das Gesundheitssystem dar. Heute wurde auf der Herbsttagung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zum Thema „Perspektiven des Sicherstellungsauftrags“ ein Konzept zur Spezifischen Geriatrischen Versorgung (SGV) vorgestellt. Ziel des Konzeptes ist die Weiterentwicklung der ambulanten geriatrischen Versorgung. Der Entwurf soll in den Regionen als Vorlage für einen regionalen Versorgungsvertrag dienen.


Nach dem Grundsatz „ambulant vor stationär“ sollen Strukturen zur Versorgung geriatrischer Patienten aufgebaut werden. „Mit der Einführung der geriatrischen Schwerpunktpraxen wird die Arbeit der Hausärzte unterstützt. Sie können multimorbide geriatrische Patienten mit besonders komplexen Fallgeschehen an die Schwerpunktpraxen überweisen. Zudem soll die Teamarbeit mit Ergo- und Physiotherapeuten, Logopäden und Pflegekräften noch wirksamer in die Organisation der ambulanten ärztlichen Versorgung eingebunden werden“, erläuterte Dipl.-Med. Regina Feldmann, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KBV.

Im Vordergrund der SGV steht der gezielte Aufbau von Behandlungsangeboten, die die Mobilität und Selbstständigkeit der betroffenen Patienten so lange wie möglich erhalten, um ihnen ein Leben in gewohnter Umgebung zu ermöglichen. Diese Angebote beinhalten:

  • den Aufbau teamorientierter Versorgungsstrukturen für Therapie und Diagnostik,
  • geriatrisches Assessment und Behandlungsplanung,
  • einen optimierten Zugang zur Tertiärprävention für ältere Patienten,
  • Eine Erweiterung des Angebots im Bereich der Demenzversorgung,
  • Einbeziehung der geriatrischen Komplexbehandlung für ältere Patienten,
  • Förderung von Qualitätszirkeln/Fallkonferenzen,
  • Koordination und Einbeziehung des multiprofessionellen Behandlungsangebots für Patienten in Pflegeeinrichtungen.

Feldmann: „Solche innovativen Konzepte sind besonders wichtig, da sie uns dabei helfen, den heutigen Anforderungen in der Gesundheitsversorgung gerecht zu werden.“ Teilnehmende Ärzte sollen dann übrigens eine “geriatrisch qualifizierte” MFA beschäftigen müssen, die auf Weisung des Arztes an der Schnittstelle zwischen Ärzten, Therapeuten und Pflegediensten arbeitet.

Das Versorgungskonzept finden Sie unter:http://www.kbv.de/html/24744.php

(Pressemitteilung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, KBV, 5.10.2016)

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