Schüler und Eltern auf Abwegen: Pillen zur Leistungssteigerung

Kinder und Jugendliche schlucken Pillen zur Leistungssteigerung. Bild: LouAnna. Lizenz. CC0

Das Thema der aktuellen Pressemitteilung vom Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) ist auch ein Thema für Arztpraxen. “Jedes sechste Kind leidet unter massiven Stresssymptomen”, heißt es da. Eltern würden ihren Kindern Medikamente zur Leistungssteigerung und Beruhigung verordnen und mittlerweile würden diese selbst an vielen bayerischen Grundschulen zum Alltag von Kindern gehören. Wir vermuten, dass das für andere Bundesländer gleichermaßen gelten könnte.


Die Präsidentin des BLLV, Simone Fleischmann aus München, forderte das Kultusministerium auf, Schule mehr auf die Bedürfnisse von jungen Menschen auszurichten. “Die Einnahme solcher Medikamente muss nicht nur unterbunden, sie muss überflüssig werden.” Auch müssten Eltern entschieden davon abgeraten werden, Kindern Medikamente zur Konzentrationsförderung oder Leistungssteigerung zu verabreichen. Die Einnahme von Medikamenten löse dauerhaft kein Lern- oder Lebensproblem.

Im Gegenteil: Häufig führe eine regelmäßige Einnahme solcher Medikamente dazu, dass Lernblockaden und Versagensängste verschärft und letztlich das Selbstwertgefühl der Betroffenen beschädigt würde. “Eltern sollten bedenken, dass Kinder sehr schnell das Gefühl entwickeln, den Alltags- und Schulstress ohne Medikamente überhaupt nicht mehr bewältigen zu können.” Die Gefahr einer Abhängigkeit sei daher groß. Medikamente hätten zudem Nebenwirkungen zur Folge, die nicht zu unterschätzen seien. Diesem Statement können wir uns nur anschließen.

Das Thema wirft vele Fragen auf: Welche Medikamente werden Kindern verabreicht? Wie oft bekommen wir in der Arztpraxis Kinder zu Gesichtn, deren Symptomatik auf unerwünschte Arzneimittelwirkungen zurückgehen. Wie können wir Eltern und Kinder unterstützen?

Dialogpartnerinnen finden im internen Bereich unter dem Suchbegriff “Einschulung” eine Patienteninformation für die Arztpraxis.

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