Nebenwirkungen bei Multimedikation dank DMP besser im Griff

Erster Eindruck. Bild: Gerd Altmann. Lizenz: CC0

Disease-Management-Programme (DMP) sollen Menschen, die an Asthma, Diabetes, koronarer Herzkrankheit, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung oder Brustkrebs erkrankt sind, durch eine strukturierte Behandlung zu mehr Lebensqualität verhelfen. Insbesondere die an mehreren DMP-Programmen teilnehmenden Patienten müssen häufig eine Vielzahl verschiedener Arzneimittel einnehmen. Eine besondere Herausforderung ist dabei, unerwünschte Wechselwirkungen zwischen Medikamenten auszuschließen.


Der neue DMP-Bericht aus Nordrhein hat untersucht, ob es zu unerwünschten Nebenwirkungen kommt, wenn Patienten täglich fünf oder mehr Medikamente einnehmen und an mehreren DMP teilnehmen. Das Ergebnis ist eindeutig: Im Vergleich zu Patienten, die ausschließlich im DMP „Diabetes mellitus Typ 2“ betreut werden, erreichen Patienten, die in zwei oder drei weiteren DMP-Programmen parallel betreut werden, häufiger die entsprechenden Qualitätsziele, die für jedes DMP als „Behandlungspfad“ wissenschaftlich abgesichert vorgegeben sind. Zudem zeigen sich bei einer Betreuung innerhalb mehrerer DMP auch höhere Teilnahmeraten bei den regelmäßig stattfindenden Kontrolluntersuchungen und Patienten-Schulungen.

„Die Auswertung belegt, dass wir eine Multimedikation, die im Rahmen von mehreren DMP-Programmen kontrolliert wird, im Griff behalten können und sie sich somit nicht negativ auf die Versorgungsziele auswirkt. Das ist sowohl für die Patienten als auch für die Behandler eine sehr gute Nachricht“, sagt Dr. med. Carsten König, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein.

„Die Disease-Management Programme verbessern die Koordination und verringern damit den Aufwand für die Versorgung von Patienten mit mehreren chronischen Erkrankungen und ihren spezifischen Medikationsanforderungen. Eine weitere wirksame Verbesserung wäre eine IT-gestützte Lösung bei der Medikation und eine einheitliche Datenerfassung“, so Matthias Mohrmann, Mitglied des Vorstandes der AOK Rheinland/Hamburg.

Langfristige Programm-Teilnahme von Bedeutung

Auch mit Blick auf den langfristigen Nutzen zeigt die aktuelle Evaluation erfreuliche Trends im Rheinland: Je länger Patienten an einem DMP teilnehmen, desto besser gelingt das Erreichen der Qualitätsziele – nachweislich für DMP Diabetes mellitus, Koronare Herzkrankheit (KHK) und Asthma bronchiale. Das führt dazu, dass beispielsweise schwere diabetische Folgeschäden wie Fußamputationen in Nordrhein abnehmen.

Täglich 61 neue DMP-Patienten

Die aktuellen Auswertungen des diesjährigen DMP-Berichts belegen auch das seit Einführung der DMP ungebrochen hohe Teilnehmerniveau. So wuchs die Zahl der DMP-Teilnehmer allein in Nordrhein 2016 um rund 22.200 Personen – das sind 61 Patienten pro Tag. Insbesondere die DMP Diabetes Typ 2 und DMP Koronare Herzerkrankung ließen die Zahl der DMP-Teilnehmer im Rheinland auf insgesamt rund 880.000 anwachsen.

(pi Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein, 201.12.2017)

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