Gemeinschaftsgefühl herrscht in vielen Arztpraxen nur auf der Homepage

Wir. Grafik: ClkerFreeVectorImages Lizenz: CC0

“Viele Praxis-Profile im Internet und in Praxisbroschüren stellen die teamorientierte Zusammenarbeit der Medizinischen Fachangestellten als Nutzen für die Patienten heraus und greifen damit ein Vorgehen auf, die in vielen anderen Branchen bereits seit längerer Zeit fest etabliert ist”, schreibt Klaus-Dieter Thill vom
Institut für betriebswirtschaftliche Analysen, Beratung und Strategie-Entwicklung (IFABS) auf seinem Blog. Für 82 zufällig ausgewählte Arztpraxen, die auf ihren Homepage-Seiten den Teamcharakter ihrer Zusammenarbeit herausstellten und für die Resultate aus Benchmarking-Praxisanalysen vorlagen, hat Thill die Beschreibung der untersuchten Kooperations-Wirklichkeit gegenübergestellt.


Das Resultat sei ernüchternd, schreibt er im Folgenden. Nur in 21 Arztpraxen konnte von guter Kooperation gesprochen werden. In den übrigen Arztpraxen hätten die Ansichten der Mitarbeiterinnen über ihre Arbeitsbedingungen und das Thema „Kollegialität“ teilweise so weit auseinander gelegen, dass schon der Begriff „Zusammenarbeit“ fast gar nicht zugetroffen habe.

Für den Missstand gebe es in allen Fällen nur eine einzige Ursache: die fehlende Organisation, Begleitung und Steuerung der Teamentwicklung und -arbeit durch den Praxisinhaber. “In vielen Praxen ist der Arbeitsrahmen nur unzureichend strukturiert und die Belegschaften werden sich selbst überlassen, ein Klima und eine Basis, in der sich keine Kooperationsqualität entwickeln kann”, schreibt Thill.

Erschreckend: Bis zur Analyse war den Praxisinhabern die missliche Teamsituation überhaupt nicht aufgefallen. Sie erachteten die Zusammenarbeit für gut bis sehr gut.

[Lese den Originalbeitrag bei IFABS]

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