Eine schöne Osterzeit für euch

"Frohe Ostern!" in stehenden Buchstaben auf dem Rasen im Hintergrund. Vorne verteilte Eier, eines hälftig aufgebrochen. Im Inneren steht geschreben: "Ich bin dann mal weg"

Wir wünschen allen Dialogpartnerinnen, allen Medizinischen Fachangestellten, allen Ärztinnen und Ärztinnen sowie auch allen übrigen Leserinnen und Lesern Frohe Ostern!

Jetzt wird’s bunt:

2016 haben wir euch zu Ostern schon einmal etwas über die “Ostereierei” erzählt. Da ging es um Inhaltsstoffe von Eiern und die Gesundheit. Heute erzählen wir euch etwas über das Färben von Ostereiern und die Gesundheit.

Die Tradition des Bemalens von Eierschalen

Bemalte Eier als Grabbeigabe sind in Europa bereits seit der Antike bekannt. Die Verwendung von Eiern als Ostereier, die für Kinder versteckt werden und auch die Erwähnung des “Osterhasen” kommt erstmalig in Schriften nach dem Jahr 1600 vor.[1] Diese Tradition hat sich bis heute nahezu unverändert fortgesetzt. Einzig die Farben, mit denen die Eier bemalt werden, sind heute andere.

Bunte Eier aus dem Supermarkt

Gekochte und gefärbte Eier unterliegen nicht der strengen Kennzeichnungspflicht, die EU-weit für rohe Eier gilt. Das bedeutet z. B., dass nicht erkennbar ist, ob die Eier von “glücklichen” Hühnern oder von in Käfighaltung gequälten Hühnern stammen. Abgepackte, gefärbte Eier müssen mit Mindesthaltbarkeitsdatum, Stückzahl, Gewicht, Zutatenliste und den verwendeten Farbstoffen gekennzeichnet sein. Zudem werden sie mit einem speziellen Keim-abweisenden Schutzlack überzogen, damit sie sich so lange wie möglich halten. Bei fertig gefärbten, lose kaufbaren Eiern fällt die Beurteilung durch den Käufer deutlich schwerer. Zwar müssen Lebensmittel, die bestimmte Azofarbstoffe oder Chinolingelb enthalten, seit 2010 mit dem gesonderten Warnhinweis “Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen” gekennzeichnet sein. Davon ausgenommen sind jedoch ausgerechnet Stempelfarben z. B. für Fleisch und Farben zum Eierfärben.[2]

Nichtsdestotrotz haben die in den Supermärkten angebotenen bereits gekochten und gefärbten Ostereier 2017 in Österreich von Greenpeace Lob geernet: Alle enthielten ausschließlich unbedenkliche Farben.[3]

Was sind Azofarbstoffe?

Azofarbstoffe bilden zahlenmäßig die stärkste Farbstoffklasse. Namensgebend sind eine oder mehrere so genannte “Azobrücken” zwischen zwei Stickstoffatomen. Hergestellt werden Azofarbstoffe aus Anilin, das aus Erdöl gewonnen wird. Alle Azofarbstoffe sind farbstabil, lichtecht und können kräftige Farben haben. Nur wenige dieser Farbstoffe sind zum Färben von Lebensmitteln, Kosmetik und Textilien zugelassen. Ein paar von denen stehen allerdings unter Verdacht, Allergien und Pseudoallergien auszulösen. Darüber hinaus könn(en Azofarbstoffe an Aufmerksamkeitsstörungen beteiligt sein. Auch Neurodermitis-Schübe und Asthmaanfälle wurden bereits beschrieben. Folgende Azofarbstoffe müssen bei Verwendung in Lebensmitteln mit dem oben genannten Warnhinweis versehen werden: Tartrazin (E 102, gelb), Gelborange S (E 110, gelb), Azorubin (E 122, rot), Amaranth (E 123, dunkelrot), Conchenillerot (E 124, rot), Allurarot (E 129, rot), Braun HAT (E 155, rötlich braun), Litholrubin (E 180, rot). Des Weiteren muss das nicht zu den Azofarbstoffen gehörende Chinolingelb (E 104) so gekennzeichnet werden.

Eier mit industriell gefertigten Farben selber färben

Greenpeace Österreich hat 2017 Ostereierfarben zum Selberfärben unter die Lupe genommen und warnte vor den Produkten zum Färben der Eier. In den meisten Ostereierfarben hatten sie die gesundheitlich bedenklichen Azofarbstoffe gefunden.[4] Dem kann man jetzt entgegenhalten, dass die minimalen Spuren, die ggf. durch Risse ins Ei gelangen, wohl eher nichts machen werden und beim Färben könne man schließlich Haushaltshandschuhe tragen. Muss das aber wirklich sein oder gibt es Alternativen?

Ostereier mit Naturfarben aus der Gemüsekiste färben

Rotkohl, Möhren und Gartenspinat, Rote Bete, Zwiebeln und Petersilie, dazu Heidelbeeren und Kurkuma… Etliches von dem, was für die Zubereitung eines Ostermahls auf der Einkaufsliste steht, eignet sich auch für die Herstellung eines Suds zum Färben von Ostereiern.

Für das Kochen eines Farbsuds werden Kräuter und Blattgemüse möglichst kleingeschnitten. Das Gemüse kann dagegen auch gut geraspelt werden. Je kleiner die Stückchen, desto größer ist die Farbausbeute. Je 400 bis 500 Gramm Kraut oder Gemüse mit 1,5 bis 2 Liter Wasser aufgießen und 30 bis 40 Minuten köcheln lassen – natürlich getrennt nach Sorten und Farben. Blätter und Beeren sollten unächst eingeweicht werden und dannn 30 bis 60 Minuten köcheln. Auch Baumrinden eignen sich zum Eierfären. Sie müssen allerdings zuvor 1 bis 2 Tage im Wasserbad weichen und anschließend noch 1 bis 2 Stunden kochen. Danach wird das Kochwasser – der Farbsud also – aufgefangen, gefiltert und in Weck- oder Marmeladengläser gefüllt.

Zwischenzeitlich werden die Eier mit Essig gereinigt, hart gekocht und abgeschreckt. Zum Färben werden sie für etwa eine halbe Stunde in den erkalteten Sud gelegt. Je kräftiger die Farben sein sollen, desto länger sollten die eier im Farbbad liegen. Die Zugabe von Essig lässt alle Farben heller werden, Pottasche verdunkelt sie.

Rottöne lassen sich etwa mit rotem Malventee oder mit Apfelbaum- oder Birkenrinde erreichen. Rote Bete und Rotkohl ergeben ein Rotviolett. Heidel- oder Holunderbeeren – auch deren aufgekochter Saft – färben Eier graublau, Möhren blass-orange, Spinat oder Petersilie erzeugen Grüntöne. Zwiebelschalen, aufgekochter Kaffee oder Tee ergeben Braun-, Kurkuma, Kamillenblüten oder Matetee Gelbtöne. Zum Schluss wird jedes Ei mit ein paar Tropfen Speiseöl poliert. Fertig![5]

Quellenangaben:
[1] Wikipedia “Osterei” – abgerufen am 28.03.2018
[2] EU-Verordnung 1333/2008
[3] Greenpeace Österreich, 04.2017 – abgerufen am 28.03.2018
[4] derStandart.at: “Problematische Stoffe in Eierfarben”, 06.04.2017 – abgerufen am 28.03.2018
[5] pi Regierungsportal M-V, 28.03.2018

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