DGIM warnt: Patienten wissen zu wenig über ihre Medikamente

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen & Resistenzen. Bild: Gerd Altmann. Lizenz: CC0

Laut einer aktuellen Studie gibt es deutliche Mängel in der Entlassmedikation von Patienten. Die wenigsten Patienten kennen nach einem Krankenhausaufenthalt die neu verordneten Arzneimittel, die sie zukünftig einnehmen sollen. Im Rahmen einer Pressemitteilung weist die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) darauf hin, dass das unabhängig von einer Entlassung aus dem Krankenhaus auch für Patienten, die acht oder mehr Arzneimittel einnehmen müssen.


Sind Menschen nach einem Krankenhausaufenthalt auf neu verordnete Medikamente angewiesen, besteht das Risiko, dass sie diese nicht richtig oder nur unzureichend anwenden. Grund dafür sind beispielsweise ein fehlender Medikationsplan, ein höheres Lebensalter aber auch die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus. Besonders bei längerem Aufenthalt in Krankenhäusern und Rehakliniken zeigt sich häufig der Effekt, dass Patienten wenig über die Wirkung der ihnen verordneten Medikamente wissen und in Bezug auf ihre Behandlung resignieren. „Die Patienten sollten die Wirkung ihrer Medikamente benennen können. Wenn es uns als Ärzten nicht gelingt, diese wichtigen Informationen an die Patienten zu vermitteln, können wir auch nicht erwarten, dass die Einnahme der Medikamente nach der Entlassung aus der Klinik verschreibungsgerecht erfolgt“, sagt Professor Dr. med. Petra-Maria Schumm-Draeger, Vorsitzende der DGIM aus München. Zudem fehlten die Informationen über verschriebene Medikamente nicht selten auch den weiterbehandelnden Ärzten, was das Risiko der Verordnung interagierender Medikamente erhöhe.

Die DGIM rät zu einem verbindlichen Austausch zwischen Arzt und Patienten und einem Arztbrief, der auch den weiterbehandelnden Hausarzt umfassend über die Therapie informiert. Ausschlaggebend für das Ergebnis der Studie sei laut Experten der Fachgesellschaft, dass zu wenig Zeit für ein angemessenes Arzt-Patienten-Gespräch zur Verfügung stehe.

(Pressemitteilung der DGIM, 8.8.2016)

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