Baden-Württemberg: DAK und MEDI mit neuem Facharztvertrag Psychotherapie

Facharztvertrag Psychotherapie. Foto: bykst. Lizenz: CC0

Schnellere Termine und bessere Behandlungsqualität im Südwesten

Versicherte der DAK-Gesundheit im Südwesten, die psychotherapeutisch versorgt werden müssen, bekommen einen schnelleren Zugang zur Behandlung als in der Regelversorgung und werden besser betreut. Dafür hat die DAK-Gesundheit mit MEDI Baden-Württemberg einen neuen landesweiten Facharztvertrag abgeschlossen, von dem auch Ärzte und Psychotherapeuten profitieren. Die vier Berufsverbände Freie Liste der Psychotherapeuten, Deutsche Psychotherapeutenvereinigung (DPtV), Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) und Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie – Berufsverband Psychosoziale Berufe (DGTV-BV) unterstützen den Vertrag als Kooperationspartner. Die Teilnahme ist für Behandler und Versicherte freiwillig. Der Vertrag ist seit dem 1. April in Kraft.


Das neue Behandlungsangebot ermöglicht es psychotherapeutisch tätigen Ärzten und Therapeuten, kurzfristig mehr Zeit für ihre Patienten aufzuwenden. Der aktuelle Psychoreport der DAK-Gesundheit unterstreicht die Notwendigkeit des Vertrags: 2014 nahmen die psychischen Erkrankungen in Baden-Württemberg um neun Prozent zu. Seelenleiden waren damit die zweithäufigste Ursache für Fehltage in Baden-Württemberg und haben einen Anteil von 16,6 Prozent am gesamten Krankenstand. „Die Ergebnisse unseres Psychoreports verdeutlichen den bestehenden Handlungsbedarf, neue Angebote zu erarbeiten“, sagt Thomas Bodmer, Vorstandsmitglied der DAK-Gesundheit. „Dabei verbessern wir die Versorgung für unsere Kunden und passen das bestehende System an den tatsächlichen Bedarf der Betroffenen an. Unser neues Angebot verhindert lange Wartezeiten und reduziert Fehldiagnosen.“ Konkret verkürzt sich die Wartezeit von mehreren Monaten in der Regelversorgung, auf längstens vier Wochen und in dringenden Fällen sogar auf sieben Tage.

Schnellere Termine und bessere Versorgung

„Die Patienten profitieren nicht nur von der schnelleren Terminvergabe und dem zeitnahen Behandlungsbeginn, sondern erfahren durch die vertraglich vereinbarten besonderen Therapieverfahren und -methoden auch noch eine bessere Behandlungsqualität“, sagt Dipl.-Psych. Rolf Wachendorf, Sprecher der Freien Liste der Psychotherapeuten und psychotherapeutischer Vertragsverhandler für MEDI. „Da der neue Vertrag auch Kindern und Jugendlichen offen steht, kommen diese Behandlungen auch ihnen zugute“, ergänzt Dr. Wolfgang Bürger von den DGVT-Berufsverband, „in der Regelversorgung haben Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten diesbezüglich größere Einschränkungen.“

Dr. Alessandro Cavicchioli, Landesvorsitzender der DPtV, betont: „Durch die volle Berücksichtigung aller F-Diagnosen und durch die Vereinfachung der Einschreibung ist der Zugang der Patienten zum Psychotherapeuten noch unkomplizierter. Der DAK-Vertrag erleichtert zudem auch die gruppentherapeutische Behandlung und die Teilnahme der analytischen Psychotherapie.“

Birgit Imdahl, Landesvorsitzende des BVDN, bewertet den DAK-Vertrag insgesamt als patientenfreundlicher als die Versorgung im KV-System: „Da wir alle Leistungen vergütet bekommen, können wir unseren Patienten eine qualitativ hochwertige und leitliniengerechte psychotherapeutische Behandlung entsprechend ihrer Erkrankung ermöglichen.“

Deutlich bessere Vergütung für Behandler

„Ärzte und Psychotherapeuten, die am Vertrag teilnehmen, erhalten etwa 30 Prozent mehr Honorar als in der Regelversorgung und es gibt keine Fallzahlbegrenzung“, unterstreicht Dr. Werner Baumgärtner, Vorstandsvorsitzender von MEDI Baden-Württemberg. Demnach beträgt die Grundpauschale, die die Behandler einmal in vier Quartalen abrechnen können, 60 Euro, weiterführende Einzelbehandlungen liegen zwischen 92 und 117 Euro. Für die Gruppentherapie bezahlt die Kasse 120 Euro für die kleine und 60 Euro für die große Gruppe.

Der Vertrag nach § 73c SGB V mit der DAK-Gesundheit stieß bei den Behandlern schon vor seinem offiziellen Start auf großes Interesse: „Die kooperierenden Berufsverbände haben uns schon Wochen im Voraus eine rege Teilnahmeabsicht bestätigt“, so Baumgärtner. Insgesamt hat MEDI rund 3.680 Psychotherapeuten und Ärzte angeschrieben und sie mit den notwendigen Starterpaketen zur Vertragsteilnahme versorgt. Ärzte und Therapeuten können mit der Behandlung ihrer Patienten beginnen, nachdem sie ihre Teilnahme am Vertrag erklärt und ein für die Abrechnung notwendiges Programm in ihrer Praxissoftware installiert haben.

Die DAK-Gesundheit hat in Baden-Württemberg rund 760.000 Versicherte und zählt damit zu den größten Krankenkassen im Land.

(Pressemitteilung der DAK Gesundheit, 31.3.2016)

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