Ärzte können ab 2017 Präventionsempfehlungen geben

Yoga. Foto: jeviniya. Lizenz: CC0

Niedergelassene Ärzte können ab Januar 2017 in Form einer ärztlichen Bescheinigung ihren Patienten Präventionsleistungen empfehlen. Ziel ist es, verhaltensbezogene Risikofaktoren für bestimmte Erkrankungen zu senken. Mögliche Handlungsfelder sind Bewegungsgewohnheiten, Ernährung, Stressmanagement und Suchtmittelkonsum, wie der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) kürzlich in entsprechenden Beschlüssen zur Änderung der Früherkennungs-Richtlinien für Kinder, Jugendliche und Erwachsene festgelegt hat. Dies hat das 2015 in Kraft getretene Präventionsgesetz vorgegeben. Die ärztlichen Präventionsempfehlungen können jedoch auch im Rahmen einer sonstigen ärztlichen Untersuchung erteilt werden.


Laut Kassenärztlichre Bundesvereinigung (KBV) können Ärzte bestimmte verhaltensbezogene Präventionsmaßnahmen künftig auf einer ärztlichen Bescheinigung vermerken. Darauf seien Felder für die Präventionsempfehlung in den vom G-BA festgelegten vier Bereichen vorgesehen. Zudem werde es ein Feld für Hinweise des behandelnden Arztes zu Kontraindikationen geben. Auch könne er dort die Präventionsempfehlung konkretisieren. KBV und GKV-Spitzenverband haben den Auftrag, bis Jahresende einen entsprechenden Vordruck zu vereinbaren.

Diese ärztliche Bescheinigung soll bei der Beantragung von Leistungen zur verhaltensbezogenen Prävention von den Krankenkassen berücksichtigt werden. “Krankenkassen bezuschussen dann die Kosten für ein zertifiziertes Angebot oder bieten – ohne weitere Kosten für die Versicherten – selbst solche Leistungen an. Zudem können Präventionsleistungen von den Versicherten weiterhin ohne eine ärztliche Empfehlung beantragt werden”, sagte Dr. Harald Deisler, unparteiisches Mitglied im G-BA und Vorsitzender des Unterausschusses Methodenbewertung.

Der GKV-Spitzenverband legt gemäß § 20 Abs. 2 SGB V Einzelheiten zu den Handlungsfeldern sowie den Kriterien der Leistungen fest.

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(Pressemitteilung des Gemeinsamen Bundesausschusses, 21.7.2016. Praxisnachrichten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung vom gleichen Tag)

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